Jurisdiktion · Anwaltsgeheimnis · Architektur

Die Schweiz ist kein Stempel.
Sie ist die Architektur Ihres Falls.

Wenn Sie einen Anwalt wählen, wählen Sie nicht nur eine Person — Sie wählen das Rechtssystem, das jede Nachricht, jedes Dokument und jedes Gespräch über Ihre Sorgen regelt.

Bei grenzüberschreitenden Privatangelegenheiten — Interpol, Sanktionen, Banking, Grenzrisiken — ist diese Wahl nicht dekorativ. Schweizer Anwälte verändern, was von der Akte verlangt werden kann, durch wen und unter welchem Druck.

Diese Seite erklärt, warum.

◆ Was diese Seite beantwortet

  • 01
    Der Vergleich Wie das Schweizer Anwaltsgeheimnis sich tatsächlich gegen EU-, UK- und Offshore-Alternativen behauptet — direkt gegenübergestellt.
  • 02
    Die Gesetze Die konkreten Schweizer Bestimmungen, die einen Bruch Ihrer Vertraulichkeit unter Strafe stellen — nicht nur „bewährte Praxis".
  • 03
    Die ehrliche Grenze Wann Schweizer Anwälte nicht die richtige Antwort sind — und was stattdessen zu tun ist.
01 · Der Vergleich

Vier Jurisdiktionen, direkt gegenübergestellt.

Ein verständlicher Vergleich, wie dieselbe private Rechtssache nach Schweizer, britischem, EU-Mitgliedstaaten- und Offshore-Recht (Karibik / nicht kooperativ) behandelt wird. Dies ist eine vereinfachte Übersicht — keine Rechtsberatung zu einem konkreten Sachverhalt.

Kriterium
Schweiz
Genf · Zürich
UK
Vereinigtes Königreich
London · SRA
EU
EU-Mitgliedstaat
DE · FR · IT · NL
OFF
Offshore / generisch
Karibik · andere
Anwaltsgeheimnis Rechtsregime der Vertraulichkeit
STRAFRECHTLICH
Verletzung ist eine Straftat (Art. 321 Schweizerisches Strafgesetzbuch). Gilt für jede Mandantenkommunikation, einschliesslich der ersten Nachricht.
STARK
Das anwaltliche Berufsgeheimnis (legal professional privilege) ist robust und common-law-basiert, eine Verletzung ist jedoch vorrangig zivil- oder berufsrechtlich relevant.
UNTERSCHIEDLICH
Der Schutz variiert erheblich zwischen den Mitgliedstaaten. Einige stark (FR, DE), andere schwächer. Zivil- bzw. aufsichtsrechtliche Folgen bei Verletzung.
UNKLAR
Gesetzlicher Rahmen oft oberflächlich oder uneinheitlich durchgesetzt. In der Praxis schwer verlässlich.
EU-Datenaustausch-Risiko Anfragen von Gerichten / Behörden
UNABHÄNGIG
Nicht an den EU-Rechtshilferahmen gebunden. Anfragen aus EU-Staaten laufen über Schweizer Gerichte nach Schweizer Recht.
POST-BREXIT
Weiterhin Zusammenarbeit über bilaterale Verträge und den Europarat; weniger integriert als vor 2020, aber nicht unabhängig.
INTEGRIERT
Unmittelbar unterworfen der Europäischen Ermittlungsanordnung, dem Europäischen Haftbefehl (EAW) und automatischen Datenaustauschmechanismen.
UNVORHERSEHBAR
Unter politischem Druck überraschend kooperativ oder völlig unkooperativ. In der Praxis selten vorhersehbar.
Zugang zum Bankensystem Wie Banken reagieren
NATIV
Ein Schreiben einer Kanzlei des Schweizerischen Anwaltsverbands an eine europäische Bank wird über vertraute Verfahrenswege gelesen.
GUT
Hohe Stellung bei britischen Banken. Bei kontinentaleuropäischen Bankangelegenheiten weniger strukturelle Hebelwirkung als Schweizer Anwälte.
LOKAL
Hervorragend bei lokalen Banken, schwächer, wenn die relevante Bank in einem anderen EU-Staat oder in der Schweiz sitzt.
EINGESCHRÄNKT
Europäische Banken ignorieren oder eskalieren häufig Korrespondenz von rein offshore tätigen Anwälten.
Nähe zu Interpol Zugang zu CCF-Kanälen
DIREKT
Genfer Anwältinnen und Anwälte arbeiten in institutioneller Nähe zu INTERPOL (Lyon, 150 km) und kennen die etablierten CCF-Kanäle.
GUT
Spezialisierte Londoner Kanzleien pflegen eine starke CCF-Praxis, sind jedoch räumlich weiter entfernt.
UNTERSCHIEDLICH
Französische Kanzleien aufgrund der Nähe zu Lyon am stärksten. Andere Mitgliedstaaten sind auf Empfehlungen angewiesen.
MINIMAL
Offshore-Anwälte mit echter CCF-Verfahrenserfahrung sind selten.
Souveränität über Mandantendaten Wo Akten liegen
CH-RECHT
Das revidierte Schweizer Bundesgesetz über den Datenschutz (LPD, 2023) regelt die Speicherung. In der Schweiz gehostete Infrastruktur als Standard.
UK GDPR
Starkes Regime; das nach dem Brexit eingeführte „UK GDPR" behält die meisten EU-Schutzstandards mit einigen Abweichungen.
DSGVO
Harmonisierter DSGVO-Rahmen. Stark, aber mit Ausnahmen für innereuropäische Übermittlungen und Strafverfolgung.
SCHWACH
Datenschutzregime oft minimal, Durchsetzung häufig nicht vorhanden.
Politische Stabilität Vorhersehbarkeit der Jurisdiktion
SEHR HOCH
Über 175 Jahre verfassungsrechtliche Kontinuität. Neutrale Aussenpolitik. Über politische Zyklen hinweg vorhersehbar.
HOCH
Stabiles Common-Law-System, wobei die regulatorische Entwicklung nach dem Brexit andauert.
STABIL·EVOLUIEREND
Einzelne Mitgliedstaaten stabil, aber der EU-Rahmen verändert sich laufend (Sanktionen, Datenschutz, Kooperation).
VOLATIL
Politischer Druck aus G7/G20 hat viele Offshore-Regime rasch und oft unvorhersehbar verändert.
Bester Anwendungsfall
Grenzüberschreitende Privatangelegenheiten · INTERPOL · europäisches Banking · Diskretion
Innerbritische oder common-law-Sachverhalte · Auslieferungsverteidigung
Sachverhalte innerhalb eines einzelnen Mitgliedstaats
Gesellschaftsstrukturierung in derselben Jurisdiktion
02 · Die Gesetze, die Sie schützen

Nicht „bewährte Praxis". Geltendes Recht.

Das Schweizer Anwaltsgeheimnis ist kein Versprechen in einer Broschüre. Es ist in drei eigenständigen Gesetzen des Schweizer Bundesrechts kodifiziert, von denen jedes eine andere Funktion erfüllt. Diese drei sollten Sie kennen.

Art. 321 StGB Schweizerisches Strafgesetzbuch · 1937
Das strafrechtliche Berufsgeheimnis.
Les ecclésiastiques, avocats, défenseurs en justice, notaires... qui auront révélé un secret à eux confié en vertu de leur profession... seront, sur plainte, punis d'une peine privative de liberté de trois ans au plus ou d'une peine pécuniaire.
In verständlichem Deutsch: Ein Anwalt — ebenso wie Ärzte, Geistliche, Notare —, der eine Mandantenvertraulichkeit offenbart, begeht eine Straftat, die mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet wird. Keine Disziplinarsache. Eine Verurteilung.
Was das für Sie bedeutet: Der Preis für die Weitergabe Ihrer Informationen ist nicht der „Verlust der Zulassung". Es ist eine Vorstrafe. Das verändert das Verhalten.
Strafgesetzbuch · CP 321 IN KRAFT · 1942 →
Art. 13 LLCA Bundesanwaltsgesetz · 2000
Das berufsrechtliche Anwaltsgeheimnis.
L'avocat est soumis au secret professionnel pour toutes les affaires qui lui sont confiées par ses clients dans l'exercice de sa profession; cette obligation n'est pas limitée dans le temps et est applicable à l'égard des tiers.
In verständlichem Deutsch: Jede in der Schweiz zugelassene Anwältin und jeder Anwalt unterliegt dem Berufsgeheimnis bezüglich allem, was eine Mandantschaft anvertraut — zeitlich unbefristet und gegenüber jeder dritten Stelle, einschliesslich Gerichten und Behörden (vorbehaltlich enger gesetzlicher Ausnahmen).
Was das für Sie bedeutet: Der Anwalt kann nicht gezwungen werden, auszusagen, Dokumente herauszugeben oder Akten offenzulegen — das Anwaltsgeheimnis überdauert das Mandat und überdauert Sie.
Bundesanwaltsgesetz · BGFA IN KRAFT · 1. JUN. 2002
DSG Datenschutz · revidiert 2023
Der Datenschutz als Schutzschicht.
Toute personne traitant des données personnelles doit respecter les principes de licéité, de bonne foi, de proportionnalité et de finalité. Les données sensibles doivent faire l'objet d'une sécurité appropriée.
In verständlichem Deutsch: Das revidierte Schweizer Bundesgesetz über den Datenschutz (in Kraft seit September 2023) regelt, wie Ihre Daten gespeichert, verarbeitet und übermittelt werden — mit strafrechtlichen Sanktionen bei fahrlässigem Umgang mit sensiblen Informationen — und in der Schweiz gehostete Infrastruktur ist der konforme Standard.
Was das für Sie bedeutet: Ihre Akte, Ihre E-Mails, Ihre Dokumente — alles unterliegt der Schweizer Datenhoheit, mit ausdrücklichen strafrechtlichen Konsequenzen bei unsachgemässer Handhabung.
Bundesgesetz über den Datenschutz · DSG REVIDIERT · 1. SEP. 2023
03 · Was Ihre Nachricht tatsächlich schützt

Fünf konzentrische Schichten. Jede Nachricht durchquert sie alle.

Vertraulichkeit ist keine einzelne Mauer. Sie besteht aus ineinander verschachtelten Schutzräumen — technisch, vertraglich, aufsichtsrechtlich, gesetzlich — die jeweils nur versagen, wenn die dahinterliegende Schicht bereits versagt hat. Hier ist, was jede Schicht leistet.

SCHICHT 05 — TRANSPORT / E2E-VERSCHLÜSSELUNG SCHICHT 04 — LPD · DATENHOHEIT SCHICHT 03 — LLCA · BERUFSPFLICHT SCHICHT 02 — CP 321 · STRAFTATBESTAND IHRE NACHRICHT KERN · GESCHÜTZT
01
Kern — Ihre Nachricht
Der Inhalt, den Sie uns anvertrauen. Nach Art. 321 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs wird alles, was Sie einem in der Schweiz zugelassenen Anwalt in beruflicher Eigenschaft mitteilen, zu einem geschützten Geheimnis.
02
Strafrechtliches Berufsgeheimnis · CP 321
Verletzung ist eine Straftat, kein Disziplinarverstoss. Bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe. Der Anwalt hat zutiefst persönliche Gründe, die Akte zu schützen.
03
Berufspflicht · LLCA
Das Bundesanwaltsgesetz macht die Pflicht zeitlich unbefristet. Das Anwaltsgeheimnis erlischt nicht mit dem Abschluss Ihres Falls. Oder mit uns.
04
Datenhoheit · LPD
Akten, E-Mails und Dokumente liegen auf in der Schweiz gehosteter Infrastruktur unter dem revidierten Schweizer Datenschutzrecht — standardmässig ausserhalb der EU-Datenaustauschmechanismen.
05
Transport · Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Bevor irgendetwas davon greift, erreicht uns die Nachricht selbst über Signal, ProtonMail oder Gleichwertiges — verschlüsselt von Ihrem Gerät bis zu unserem.
— 1815 — WIENER KONGRESS · NEUTRALITÄT — 1863 IKRK GEGRÜNDET 1945 — NACHKRIEGSNEUTRALITÄT — 2002 — UNO-MITGLIED · WEITERHIN NEUTRAL CONFŒDERATIO HELVETICA
04 · Warum diese Stabilität existiert

Neutralität ist kein Branding. Sie ist 210 Jahre alt.

Die Schweizer Neutralität, die Ihre Akte heute schützt, wurde auf dem Wiener Kongress 1815 erklärt, nach beiden Weltkriegen bestätigt und hat jede politische Neuordnung des modernen Europas überstanden, ohne ausgesetzt, neu verhandelt oder aufgehoben zu werden.

Auch Genf ist kein Zufall: Dort wurde das Internationale Komitee vom Roten Kreuz 1863 gegründet, dort sitzt das Büro der Vereinten Nationen, dort haben Dutzende spezialisierter internationaler Organisationen ihren Sitz gewählt — gerade weil Schweizer Institutionen nicht die Seite wechseln.

Für eine private Rechtssache, die mehrere Länder, politische Epochen oder umstrittene Erzählungen berührt, ist diese Art von jurisdiktioneller Vorhersehbarkeit selten. Eine 2026 in Genf eröffnete Akte wird, ausserordentliche Umstände vorbehalten, 2036 und 2046 nach erkennbar demselben Schweizer Rechtsrahmen behandelt werden.

Das kann nicht jede Jurisdiktion von sich behaupten. Die meisten können es nicht.

210+
Jahre bewaffneter Neutralität (1815–)
38
Internationale Organisationen mit Sitz in Genf
0
Unterbrechungen der Neutralität (1. & 2. WK)
05 · Der Unterschied in der Praxis

Drei zusammengesetzte Szenarien — wo Schweizer Anwälte zählen.

Jedes Szenario ist eine Zusammensetzung — aus Mustern realer Mandate abgeleitet, mit verfremdeten Details. Sie zeigen, warum die Wahl der Jurisdiktion nicht dekorativ ist: Sie bestimmt, was getan werden kann, durch wen und in welcher Zeit.

Szenario 01 · INTERPOL
Eine Red Notice aus einem Land, in dem die Mandantschaft nicht mehr lebt.
Die Situation
Die Mandantschaft zieht nach dem Verlassen des Herkunftslands in einen EU-Mitgliedstaat. Eine Red Notice taucht Jahre später auf und stellt eine handelsrechtliche Auseinandersetzung als strafrechtlichen Betrug dar.
Warum Schweizer Anwälte den Unterschied machten
Die Kommission für die Kontrolle der INTERPOL-Akten (CCF) ist in ein institutionelles Umfeld eingebettet, in dem in der Schweiz zugelassene Anwältinnen und Anwälte einen langjährig etablierten Verfahrensauftritt haben. Ein Schreiben einer lokalen EU-Anwaltschaft wird entgegengenommen; ein Schreiben einer spezialisierten Schweizer Kanzlei wird anders bearbeitet.
Was eine lokale EU-Anwaltschaft nicht ohne weiteres leisten konnte
Unter einem Berufsgeheimnis ausserhalb der EU-Datenaustauschmechanismen arbeiten und gleichzeitig aus einer neutralen Drittjurisdiktion mit INTERPOL, dem Herkunftsland und der Polizei des Aufnahmelands kommunizieren.
Typisches Ergebnis
CCF-Antrag nach Art. 3 RPD eingereicht. Notice überprüft, Umfang eingegrenzt. Reisefähigkeit in den meisten vergleichbaren Fällen wiederhergestellt.
Szenario 02 · Banking
Eine grosse europäische Bank schliesst das Konto ohne Begründung.
Die Situation
Eine Privatperson erhält ein knappes Schreiben: Konto geschlossen, Mittel werden zurücküberwiesen, Geschäftsbeziehung beendet. Keine Erklärung ausser „Compliance-Gründe". Nichts, worauf sich konkret reagieren lässt.
Warum Schweizer Anwälte den Unterschied machten
Europäische Privatbanken reagieren strukturell aufnahmebereiter auf Kanzleien des Schweizerischen Anwaltsverbands als auf generische lokale Korrespondenten — aus Gründen interbanklicher Vertrautheit, regulatorischer Nähe und weil Schweizer Anwälte glaubwürdig verwandte schweizerische Bankrechtsparallelen ansprechen können.
Was eine generische Anwaltschaft oft nicht leisten kann
Eine schriftliche Erklärung statt eines Standardablehnungsschreibens herbeiführen; ohne Klageverfahren Offenlegung des auslösenden Ereignisses erwirken; die Antwort in der Sprache formulieren, die der Compliance-Schalter tatsächlich liest.
Typisches Ergebnis
Erklärung erlangt; Compliance-Flag als Fehlübereinstimmung identifiziert; Geschäftsbeziehung entweder wiederhergestellt oder geordneter Ausstieg ausgehandelt.
Szenario 03 · Reise-Vorabprüfung
Eine wichtige Reise in drei Länder — alle in einer Woche.
Die Situation
Familienbesuch in Deutschland. Geschäftstermin in Österreich. Anschlussflug über Italien. Die Mandantschaft hat eine alte Angelegenheit in einem vierten Land, die nichts mit der Reise zu tun hat — und weiss nicht, ob sie noch relevant ist.
Warum Schweizer Anwälte den Unterschied machten
Die Prüfung umfasste INTERPOL-Datenbanken, SIS II, mehrere Sanktionslisten sowie Überlegungen zu bilateralen Abkommen in vier Jurisdiktionen. Schweizer Anwälte agieren aus einer Rechtsstellung heraus, in der alle vier symmetrisch analysiert werden können — ohne die Interessenskonflikte, die entstehen, wenn aus einer der vier heraus gearbeitet wird.
Was eine inländische Anwaltschaft nicht leisten konnte
Eine neutrale länderübergreifende Einschätzung innerhalb von 24 Stunden. Die meisten inländischen Kanzleien raten „suchen Sie einen Anwalt in Land X" — und dann Land Y, und dann Land Z. Das funktioniert nicht an einem Dienstag mit einem Freitagflug.
Typisches Ergebnis
Ein einziges schriftliches Rechtsgutachten zu vier Jurisdiktionen. Die Reise findet statt oder wird umgeplant — mit unterzeichneter Analyse in der Hand.
◆ Ehrliches Gegenargument

Wann Schweizer Anwälte nicht die richtige Antwort sind.

Wir haben diese ganze Seite damit verbracht zu erklären, warum Schweizer Anwälte zählen. Es wäre unredlich, nicht auch einen Abschnitt darauf zu verwenden, wann sie es nicht tun. Hier sind fünf Situationen, in denen eine andere Kanzlei — in einer anderen Jurisdiktion — die richtige Wahl ist. In jedem dieser Fälle werden wir Ihnen das offen sagen und, soweit möglich, in eine sinnvolle Richtung verweisen.

Ihre Angelegenheit ist rein innerstaatlich.

Liegt der Sachverhalt vollständig innerhalb eines Landes — lokaler Arbeitsstreit, Scheidung nach lokalem Recht, Nachbarschaftsstreit, innerstaatliche Steuerprüfung — ist eine gute lokale Anwaltschaft in diesem Land die richtige und günstigere Antwort. Schweizer Anwälte bringen Mehrwert, wenn eine Grenze im Spiel ist. Wenn keine Grenze im Spiel ist, bringen wir vor allem zusätzliche Kosten.

Sie brauchen vollumfängliches Gesellschaftsrecht.

M&A-Transaktionen, IPO-Mandate, komplexe Unternehmenssteuerstrukturen, Immobilienportfolios. Das ist das angestammte Terrain der grossen Schweizer Kanzleien und der Londoner internationalen Grosskanzleien. Wir sind eine spezialisierte Privatmandatskanzlei. Wenn das Ihr Anliegen ist, beauftragen Sie eine Kanzlei, deren tägliches Arbeitsfeld dies ist.

Sie befinden sich bereits in einem laufenden Verfahren in einem Land, in dem wir Sie nicht vertreten können.

Läuft gegen Sie ein Strafverfahren aktiv vor den Gerichten von etwa Brasilien, Australien oder Japan, muss die federführende Verteidigung in dieser Jurisdiktion sitzen. Wir können gegebenenfalls als Schweizer Mitberater auftreten, mit Ihrem Team koordinieren oder zu grenzüberschreitenden Aspekten beraten — wir können jedoch keine lokal zugelassene Verteidigung in aktiven inländischen Verfahren ersetzen.

Sie suchen einen Anwalt, der Ihnen hilft, ein Gesetz zu brechen.

Für fast niemanden, der dies liest, relevant — aber es muss klar gesagt werden. Das Schweizer Anwaltsgeheimnis schützt Vertraulichkeiten, nicht Verhalten. Es deckt keine laufende oder zukünftige rechtswidrige Tätigkeit, schirmt nicht die Umgehung legitimer rechtlicher Verfahren ab und macht aus einem Schweizer Anwalt keinen Verwahrer von Konstruktionen, die einer Prüfung nicht standhalten. Wenn Sie das suchen, sind wir nicht die richtige Kanzlei — und ehrlich gesagt ist es auch keine seriöse Kanzlei in irgendeiner Jurisdiktion.

Sie haben bereits eine kompetente Anwaltschaft, die Ihre Akte kennt.

Der Wechsel der Anwaltschaft mitten in einer Akte ist fast immer teuer und oft unklug. Wenn Ihre bestehende Anwaltschaft seriös, informiert, in der richtigen Jurisdiktion zugelassen ist und Sie ihr vertrauen — bleiben Sie. Der häufigste Grund, weshalb Mandantinnen und Mandanten zu uns kommen, ist nicht Unzufriedenheit mit einer bestehenden Anwaltschaft. Es ist, dass sie für diese konkrete Frage noch nie eine hatten und nicht wussten, wo sie anfangen sollen. Wenn Sie bereits jemand Gutes haben, sprechen Sie ihn auf das hier Gelesene an; er kann entscheiden, ob er uns für die grenzüberschreitende Dimension als Schweizer Mitberater hinzuzieht oder nicht.

06 · Fragen zum Schweizer Recht

Was üblicherweise geklärt werden soll.

Teilt die Schweiz mittlerweile nicht Bankinformationen mit der EU?

Teilweise und nur in bestimmten, regulierten Zusammenhängen. Die Schweiz nimmt am automatischen Informationsaustausch (AIA) für steuerliche Ansässigkeitszwecke teil und kooperiert im Einzelfall im Rahmen von Rechtshilfeabkommen. Das ist Steuertransparenz, nicht die Abschaffung des Anwaltsgeheimnisses. Die Kommunikation zwischen einer Mandantschaft und einem in der Schweiz zugelassenen Anwalt über eine Rechtssache bleibt nach Art. 321 StGB unabhängig vom AIA geschützt — denn die Steuertransparenzmeldungen erfassen Bankdaten, nicht Anwalt-Mandant-Kommunikation.

Kann ein ausländisches Gericht einen Schweizer Anwalt zur Herausgabe meiner Akte zwingen?

Nicht unmittelbar. Ein ausländisches Gericht müsste das Ersuchen über das Schweizer Rechtshilfeverfahren leiten, das vor Schweizer Gerichten unter Anwendung schweizerischen Rechts läuft. Das Anwaltsgeheimnis ist einer der Gründe, aus denen das Bundesamt für Justiz oder das mit dem Ersuchen befasste Schweizer Gericht solche Anträge ablehnt oder einschränkt. Die Folge: Ausländische Behörden treffen auf eine substanzielle Verfahrenshürde — und nicht auf grünes Licht.

Was ist mit Sanktionslisten — kann die Schweiz dort wirklich „neutral" sein?

Die Schweiz unterhält ein eigenes Sanktionsregime (SECO), das sich seit 2022 weitgehend an die EU-Massnahmen anlehnt, formal und verfahrensrechtlich aber eigenständig ist. Praktisch heisst das: Die Anwendbarkeit Schweizer Sanktionen wird durch Schweizer Behörden in einem Schweizer Verfahren entschieden, und ein De-Listing-Antrag hat einen klaren schweizerischen Rechtsweg. „Neutral" bedeutet hier nicht sanktionsfrei, sondern unabhängige Verfahrensprüfung.

Ich bin nicht Schweizer. Kann ein Schweizer Anwalt mich überhaupt vertreten?

Ja. Schweizer Anwältinnen und Anwälte vertreten regelmässig ausländische Staatsangehörige. Anwaltsgeheimnis und Bundesanwaltsgesetz gelten für die Anwalt-Mandant-Beziehung, nicht für die Nationalität der Mandantschaft. Die meisten Valken-Mandantinnen und -Mandanten sind keine Schweizer Wohnsitzinhaber; einige haben die Schweiz noch nie betreten. Grenzüberschreitende Tätigkeit ist die tägliche Arbeit der Kanzlei.

Wenn es so gut ist — warum nehmen dann nicht alle Schweizer Anwälte?

Zwei ehrliche Gründe. Erstens — die meisten Rechtssachen überschreiten keine Grenze, und dafür sind Schweizer Anwälte überdimensioniert und unnötig teuer. Zweitens — historisch positionierten sich Schweizer Kanzleien preislich auf einem Niveau, das nur Grossunternehmen und sehr vermögende Privatpersonen zahlen konnten; der Schutz bestand auf dem Papier, war aber für private Mandantschaften unerreichbar. Valken wurde gegründet, um diese zweite Lücke zu schliessen: gleiches Schweizer Geheimnisregime, zugänglich für private Mandantinnen und Mandanten mit grenzüberschreitenden Sachverhalten.

Ist diese Seite eine Werbung oder ein Rechtsgutachten?

Sie ist eine vereinfachte Erläuterung für die Öffentlichkeit, erstellt von einer Schweizer Anwaltskanzlei. Sie stellt keine Rechtsberatung zu einem konkreten Sachverhalt dar, und die hier getroffenen allgemeinen Aussagen ersetzen keine tatsächliche Analyse Ihres Falls. Wenn Sie wissen möchten, wie diese Grundsätze auf Ihre Sache anzuwenden sind, ist das der Sinn einer vertraulichen Beratung.

Eine Schweizer Anwaltskanzlei · seit 2022

Die Jurisdiktion ist gewählt. Wählen Sie nun das Gespräch.

Alles oben Gesagte gilt ab dem Moment, in dem Sie eine Nachricht senden. Bevor Sie uns beauftragt haben, bevor Sie etwas unterzeichnet haben — das Schweizer Anwaltsgeheimnis erfasst Ihre ersten Worte an uns. Beginnen Sie mit einer privaten Nachricht. Lautet die Antwort „Sie brauchen uns nicht", werden wir Ihnen das offen sagen.